Österreich-Turkmenische
Gesellschaft
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Turkmenistan - Österreich: zwei Jahrestage der Neutralität

26.10.2020

https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2018/g-a-a.JPGEs gibt viele neutrale Staaten auf der Welt, von denen jeder seinen eigenen Weg eingeschlagen hat, den Weg einer Weigerung, an allen Militärblöcken und militärpolitischen Konflikten teilzunehmen, ebenso wie ausländische Militärstützpunkte auf ihrem Territorium zu stationieren, um die eigene Sicherheit und nationale Interessen auf einer Grundlage der friedlichen Politik und der konstruktiven Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Dieser Weg war nicht einfach für Österreich, das am 26. Oktober den 65. Jahrestag seines neutralen Status feiert. Die Ideen der österreichischen Neutralität wurden nach dem Ersten Weltkrieg geboren, was zur Zerstörung des Österreich-Ungarischen Reiches geführt hat. Schon damals befürwortete der frühere Regierungschef der Österreich-Ungarischen Monarchie, H. Lammash, die Schaffung einer unabhängigen und neutralen Republik nach schweizerischem Vorbild.

Nach der Machtübernahme von A. Hitler forderte der Vorsitzende der Österreichischen Sozialdemokratischen Partei , O. Bauer, „Österreich auf einer Grundlage des Völkerrechts zu neutralisieren, um die größtmöglichen Garantien zu schaffen, Österreich nicht in die neuen militärischen Abenteuer einzubeziehen“. Während des Zweiten Weltkrieges beteiligten sich die Österreicher zusammen mit den Deutschen an den Kriegshandlungen.https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2020/a-u-u1.jpg

Nach der Befreiung Österreichs durch die Sowjetunion im März-Mai 1945 wurde Österreich, das unter dem Protektorat von vier Mächten der Anti-Hitler-Koalition gestanden hat, an seine Vorkriegsgrenzen zurückgeführt und entnazifiziert, demokratisiert und entmilitarisiert. Und die Idee der Neutralität „tauchte“ in den politischen Kreisen des Landes wieder auf.

Im April 1946 äußerte der österreichische Bundespräsident, K. Renner, in seiner Rede eine Hoffnung, dass sein Land nie wieder „in ein Reich eingegliedert“ wird, sondern versuchen würde, den richtigen Weg der Nachbarschweiz zu beschreiten. Laut einer Studie der amerikanischen Besatzungsbehörden von 1947, befürworteten 78% der österreichischen Bevölkerung die Neutralität nach Schweizer Art.

https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2020/a-u-u-u.jpgZum ersten Mal auf einer offiziellen internationalen Ebene ging es im Februar 1954 beim Berliner Treffen der Außenminister der UdSSR, der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Österreichs um die Neutralität Österreichs. Der österreichische Außenminister, L. Figl, sagte damals, sein Land wolle sich nie mehr wieder den Koalitionen und Militärblöcken anschließen.

Die Sowjetunion hatte einen großen Einfluss auf die Umsetzung dieser Absichten, die auf Kosten Österreichs eine Ausweitung der neutralen Zone in Europa angestrebt hat, zu der bereits Schweden, Finnland, die Schweiz und Jugoslawien gehört haben. Als Ergebnis einer Reihe von bilateralen diplomatischen Kontakten in Moskau und Wien wurde am 15. April 1955 das Moskauer Memorandum unterzeichnet.

Und einen Monat später unterzeichneten die Außenminister von vier Mächten und Österreich im Wiener Belvedere den Staatsvertrag über die Wiederherstellung einer unabhängigen und demokratischen österreichischen Republik.

Nach dem Abzug aller Besatzungsmächte aus Österreich - am 26. Oktober 1955 - genehmigte der Nationalrat (Unterhaus des Parlaments) das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität, das besagt hat, dass Österreich künftig niemals in die militärischen Allianzen eingeht und die Militärhochburgen der ausländischen Staaten zulassen würde. Dies schuf den internationalen Rechtsrahmen und garantierte den neuen Status Österreichs.

Nach Ansicht von Experten wurde Neutralität nicht zu einem „engen Kleid“ für österreichische https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2020/a-u-2.jpginternationale Aktivitäten, sondern erweiterte im Gegenteil seine außenpolitischen Möglichkeiten zum Manövrieren und Fördern seiner nationalen Interessen.

Foto: 26. Oktober 1955. Neutralitätserklärung von Außenminister, L. Figl

Obwohl die Neutralität Österreichs nach dem Vorbild der Schweizer konzipiert wurde, erhielt sie in der Praxis ihre eigene Entwicklung. An die neuen internationalen Bedingungen angepasst, erlaubte es Österreich, im Jahr 1995, zum Mitglied der Europäischen Union zu werden. Heute ist es ein entwickelter europäischer Staat mit einem hohen Lebensstandard, der in vielen internationalen Bewertungen die Spitzenpositionen einnimmt.

Österreich ist das wichtigste Kulturzentrum Europas, bekannt für seine herausragenden Komponisten in der Vergangenheit und kreative Errungenschaften in unsere Zeit. Das Land unterhält diplomatische Beziehungen zu vielen Ländern weltweit, einschließlich Turkmenistan. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wurden am 16. Oktober 1992 aufgenommen und haben sich im Laufe der Jahre auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene entwickelt und bereichert.

https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2020/n-b2.jpgDie Brücken der Freundschaft zwischen den beiden Ländern werden von der Österreich-Turkmenischen Gesellschaft aufgebaut, die im August 2008 in Wien im Zusammenhang mit dem ersten offiziellen Besuch des Präsidenten von Turkmenistan, Gurbanguly Berdimukhamedov, nach Österreich gegründet wurde.

Das Ziel der Gesellschaft ist es, das gegenseitige Verständnis und die Gemeinschaft der Völker beider Länder zu fördern, die Einwohner Europas und vor allem Österreichs mit Turkmenistan bekannt zu machen, einem unabhängigen und neutralen, sich rasch entwickelnden Staat im zentralasiatischen Raum.

Am 12. Juni 2013 erhielt die Österreichisch-Turkmenische Gesellschaft in Österreich den internationalen Status und wurde zum ordentlichen und ständigen Mitglied im „Dachverband aller Österreich-Ausländischen Gesellschaften - PAN (Partner aller Nationen)“, deren Ehrenpräsident der österreichische Präsident ist.

Und die ständige Präsidentin der Österreich-Turkmenischen Gesellschaft ist Dr. Neda Berger. Dank ihrem Enthusiasmus und Energie wurden seit der Entstehung der Gesellschaft verschiedene Projekte im Bereich der Kultur umgesetzt und der Kreis der nationalen Partner, wie auch der Umfang der Tätigkeit der Gesellschaft ständig erweitert. Nicht nur in Turkmenistan und Österreich, sondern auch in anderen Ländern ist Europas einzige Turkmenisch-Österreichische Symphonieorchester „Galkynysh“ bekannt, dessen erstes Konzert am 22. Mai 2009 in Ashgabat in Anwesenheit des Präsidenten Turkmenistans mit großem Erfolg stattgefunden hat.

Jeder von vier Wiener Bällen, die die Gesellschaft zusammen mit dem Kulturministerium Turkmenistans in der turkmenischen Hauptstadt veranstaltet hat, wurde zu einem unvergesslichen Ereignis. Seit mehr als 10 Jahren erscheint das Turkmenisch-Österreichische Magazin „Galkynysh“ (Renaissance), das verschiedene Aspekte der bilateralen Beziehungen und das Leben der Völker zweier neutraler Länder behandelt.

Die Österreichisch-Turkmenische Gesellschaft verfügt nicht nur über ihr gedrucktes Medium, sondern auch über ihre eigene Website, auf der die Gesellschaft seit März 2011 über die Ereignisse im politischen, diplomatischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben Turkmenistans auf Deutsch, Englisch und Russisch berichtet. Die Internetnutzer aus 35 Ländern auf der ganzen Welt machen sich regelmäßig mit diesen Berichten vertraut.

Die Pressearbeit und Online-Nachrichten gewinnen in den Aktivitäten der Österreich-Turkmenischen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Beispielsweise wurde im August letzten Jahres in Ashgabat das Memorandum über die Zusammenarbeit im Bereich des Austauschs von Nachrichtenmaterial zwischen der Nachrichtenagentur „Media-Turkmen“ ORIENT und der Österreichisch-Turkmenischen Gesellschaft unterzeichnet.

Am 4. September 2019 wurde die Präsidentin der Österreichisch-Turkmenischen Gesellschaft, Dr. Neda Berger, im Bundespressedienst des österreichischen Bundeskanzlers als Auslandskorrespondentin für die Nachrichtenagentur „Media-Turkmen“ ORIENT akkreditiert.https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2019/logo_ORIENT_01.jpg

Am 10. Januar dieses Jahres wurde auf einer Sitzung der Österreich-Turkmenischen Gesellschaft eine Entscheidung getroffen, über die Einrichtung bei der Gesellschaft eines Medienbeirats unter Einbeziehung der turkmenischen und österreichischen Medien.

Die Akkreditierung in Wien und die Einrichtung des Medienrates werden zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Turkmenistan und Österreich im Bereich des Informationsaustauschs beitragen.

https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2020/t-m-t.pngDie Entwicklung und Förderung von Projekten in den Bereichen Wirtschaft, Bauwesen, Medizin, Kultur und Sport zwischen Österreich und Turkmenistan sowie der Ausbau der Geschäftskontakte zwischen den beiden Ländern werden durch das im September dieses Jahres unterschriebene Abkommen über gemeinsame Aktivitäten zwischen der Österreich-Turkmenischen Gesellschaft und „TMT Consulting Group“, einem Mitglied der Industrie- und Handelskammer und der Union der Industriellen und Unternehmer Turkmenistans, verstärkt.

Turkmenistan kam vierzig Jahre nach Österreich unter völlig unterschiedlichen historischen Bedingungen zu seinem internationalen Rechtsstatus. Wie Sie wissen, die Absicht Turkmenistans, die dauerhafte Neutralität zu erklären, fand eine Unterstützung bei seinen Nachbarn in der Region, ebenso so wie bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Blockfreien Bewegung, und dann bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Am 12. Dezember 1995 wurde mit den Stimmen von 185 Mitgliedstaaten die Resolution Nr. 50/80 - „Immer währende Neutralität Turkmenistans“- einstimmig angenommen.https://www.turkmenistan-kultur.at/images/praesentation-2020/b-i.jpg.png

Die Entscheidung über die immer währende Neutralität Turkmenistans, die 2015 zum zweiten Mal von 193 Ländern der Welt angenommen wurde, hat ihren politischen und moralischen Wert in der modernen Welt bestätigt. Der internationale Rechtsstatus der positiven Neutralität Turkmenistans unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, die laut Experten kein anderes Land der Welt hat, bezeichnet sich durch einen qualitativ neuen Inhalt und ein Höchstmaß an rechtlicher Legitimität.

Das Vertrauen in die ursprünglichen Werte der Weltanschauung und die weisen spirituellen Traditionen des Volkes, wie die Toleranz, Einhaltung einer Traditionen der Freundschaft, Brüderlichkeit, gute Nachbarschaft, die auf den Höhepunkt des Staatsstatus gebracht wurden, definiert eine wichtige Facette der Einzigartigkeit der turkmenischen Neutralität, die eine neue Seite in der Geschichte dieser seit langem bekannten Institution aufschlagen hat.

Trotz dieser Unterschiede und der Einzigartigkeit des historischen Weges der beiden Völker zur Neutralität, verbindet Turkmenistan und Österreich einen Wunsch nach dem Frieden, nach den vertrauensvollen und gegenseitig respektierenden Beziehungen untereinander für die Gewährleistung der Sicherheit und der nachhaltigen Entwicklung.

https://orient.tm/turkmenistan-avstriya-dva-jubileya-nejtraliteta/

 

 

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